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      Brillante Forscherinnen

      Die Lise-Meitner-Gruppenleiterinnen 2020 stehen fest

      Freie wissenschaftliche Entfaltung, langfristige berufliche Sicherheit und klare Karriereperspektiven – das sind die zentralen S?ulen des Lise-Meitner-Exzellenzprogramms. Die Pilotphase des Programms, das auf vier Jahre festgelegt ist, startete?2018.?

      In den ersten beiden Ausschreibungsrunden ergriffen knapp 470 Kandidatinnen die Chance, sich auf die Gruppenleitungspositionen zu bewerben. Sie durchliefen einen kompetitiven Auswahlprozess, durchgeführt von einer Fachkommission aus nationalen und internationalen Expert*innen verschiedener Fachgebiete. Insgesamt 51 hochqualifizierte Bewerberinnen wurden zu einer pers?nlichen Vorstellung im Rahmen eines Symposiums eingeladen. Aufgrund ihrer beeindruckenden bisherigen Forschungserfolge sowie ihres nachweislich starken Potenzials erteilte die Max-Planck-Gesellschaft inzwischen 22 Nachwuchsforscherinnen einen Ruf.

      Lise-Meitner-Gruppenleiterinnen 2020

      Dr. Anna Ahlers

      Lise-Meitner-Gruppe ?China im globalen Wissenschaftssystem“

      Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin

      China ist zum gr??ten Produzenten wissenschaftlicher Artikel und Aufsteiger in globalen Universit?ts-Rankings geworden. Die chinesische Regierung f?rdert dies gezielt, differenziert stark zwischen Natur- und Sozialwissenschaften und kontrolliert wissenschaftliches Arbeiten politisch. Anna Ahlers erarbeitet mit ihrer Gruppe eine Wissenschaftssoziologie, die in den Blick nimmt, wie das politische Regime und gesellschaftliche Werte die Wissenschaft in China und das globale Wissenschaftssystem beeinflussen.

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      PD Dr. Aneta Koseska

      Lise-Meitner-Gruppe ?Zellul?re Informationsverarbeitung und Lernprozesse“

      Center of Advanced European Studies and Research (caesar), Bonn

      Zellen verarbeiten Informationen in Echtzeit und reagieren auf die Kombination chemischer Signale, die r?umlich und zeitlich st?ndig variieren. Eine solche Informationsverarbeitung ?hnelt dynamisch der sensorischen Informationsverarbeitung neuronaler Mikroschaltungen in der Gro?hirnrinde. Aneta Koseskas Ziel ist es, eine generische Theorie der Informationsverarbeitung und des Lernens auf der Ebene biochemischer Netzwerke in einzelnen Zellen zu entwickeln.

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      Dr. Lydia Luncz

      Lise-Meitner-Gruppe ?Technologische Primaten“

      Max-Planck-Institut für evolution?re Anthropologie, Leipzig

      Der Gebrauch von Werkzeugen ebnete den evolution?ren Weg für die Entwicklung der Menschheit. ?berraschenderweise ist sehr wenig über den genauen Ursprung und die Evolution von Werkzeuggebrauch bekannt. Der Ansatz von Lydia Luncz ist, verschiedene Affenarten als Modell für das Werkzeugverhalten früher Hominine heranzuziehen. Vergleiche zwischen den Arten erm?glichen es, das Wissen über die adaptive Bedeutung des Werkzeuggebrauchs zu erweitern und das Verst?ndnis der kulturellen und Verhaltensentwicklung des Menschen zu verbessern.

      Dr. Constanze Neumann

      Lise-Meitner-Gruppe ?Katalyse mit metallorganischen Gerüsten und Nanopartikeln“

      Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, Mülheim / Ruhr

      Die Forschungsthemen in meiner Gruppe beziehen sich auf Probleme welche, sollten sie gel?st werden, die nachtr?gliche Herstellung von wichtigen Ressourcen erm?glichen oder erleichtern würden. Zum Beispiel würde die Darstellung eines Katalysators, der die katalytische Transformation von ?weniger reaktiven“ Ausgangsverbindungen in der Gegenwart von ?reaktiveren“ Verbindungen erm?glicht, oder eines Katalysatortr?gers, der eine aktive Rolle in der Kontrolle des Reaktionsverlaufs spielen kann, die Herstellung von Basischemikalien erleichtern.

      www.neumannlab.science

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      Dr. Nadine Neumayer

      Lise-Meitner-Gruppe ?Galaxienzentren“

      Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg

      Nadine Neumayer und ihre Forschungsgruppe untersuchen, welche Rolle schwarze L?cher bei der Entwicklung von Galaxien spielen. An welchem Punkt in der Entwicklung einer Galaxie, und unter welchen Bedingungen entsteht ein massereiches schwarzes Loch? Haben alle Galaxien ein schwarzes Loch im Zentrum? Um diese Fragen zu beantworten, werden systematisch diejenigen Galaxien erforscht, die sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinden. Die Ergebnisse geben Einblicke, wie sich Galaxien entwickeln, und wie sich Materie im Universum verteilt.

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      Dr. Silvia Portugal

      Lise-Meitner-Gruppe ?Biologie von Malaria-Parasiten“

      Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie, Berlin

      In vielen saisonalen Malariagebieten sind Moskitos über mehrere Monate abwesend. Die Biologin Silvia Portugal zielt darauf ab, zentrale molekulare Mechanismen zu identifi zieren, die die Virulenz der Parasiten saisonal regulieren, ein mehrmonatiges Fortbestehen der subklinischen Parasiten erm?glichen, und so eine Wiederaufnahme der ?bertragung nach der Rückkehr der Mücken m?glich macht.

      Dr. Arunima Ray

      Lise-Meitner-Gruppe ?Knotentheorie und niedrigdimensionale Topologie“

      Max-Planck-Institut für Mathematik, Bonn

      Die Topologie besch?ftigt sich mit R?umen beliebiger Dimensionen und deren Eigenschaften. Zum Beispiel ist die Oberfl?che einer Kugel eine zweidimensionale Mannigfaltigkeit, ein Kreis eine eindimensionale. Drei- und vierdimensionale Mannigfaltigkeiten sind abstrakter und schwer zu veranschaulichen. Aber sie lassen sich durch verknotete Schleifen im dreidimensionalen euklidischen Raum genau beschreiben und untersuchen. Diesen Zusammenhang besser zu verstehen, daran forscht Arunima Ray – insbesondere im Hinblick auf topologische und glatte Strukturen.

      Dr. Edda Schulz

      Lise-Meitner-Gruppe ?Systemepigenetik“

      Max-Planck-Institut für molekulare Genetik, Berlin

      Bei S?ugetieren enth?lt ein einzelnes Genom alle Informationen, um eine gro?e Zahl unterschiedlicher Zelltypen zu erzeugen. Edda Schulz wird kürzlich entwickelte Methoden verwenden, die auf dem CRISPR-System basieren und es erm?glichen, bestimmte Gene oder genomische Elemente mit hohem Durchsatz pr?zise zu modifizieren. In Kombination mit einer Reihe theoretischer und Computer gestützter Ans?tze l?sst sich so die Komplexit?t der Genomregulation entschlüsseln.

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      Dr. Simona Vegetti

      Lise-Meitner-Gruppe ?Der Gravitationslinseneffekt und seine astrophysikalischen Anwendungen“

      Max-Planck-Institut für Astrophysik, Garching

      Simona Vegetti wird Beobachtungen des starken Gravitationslinseneffekts verwenden, um die Menge und die strukturellen Eigenschaften von Halos aus dunkler Materie zu messen und dadurch klare Eingrenzungen der Natur dunkler Materie bereit zu stellen. Sie wird ebenfalls die physikalischen Eigenschaften von Galaxien bei hoher Rotverschiebung messen, welche durch den Gravitationslinseneffekt abgebildet worden sind, um die Entstehung von Sternen und die Feedback-Prozesse auf Skalen unterhalb von Kiloparsec in kosmologisch interessanten Epochen zu studieren.

      Lise-Meitner-Gruppenleiterinnen 2019

      Dr. Maria Bergemann

      Lise-Meitner-Gruppe ?Astrophysikalische Spektroskopie und kosmische Nukleogenese“

      Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg

      Die Spektroskopie ist eine Standardtechnik in Physik, Chemie und Technik. Die astrophysikalische Spektroskopie voranzutreiben, ist Maria Bergemann in ihrer bisherigen Forschung gelungen?–?indem sie neue Modelle der Strahlungsübertragung in stellaren Atmosph?ren entwickelt hat. Mit einem interdisziplin?ren Forschungsansatz will die Astrophysikerin nun neue intelligente Methoden zur Mustererkennung aus Sternenspektren generieren, um neue Erkenntnisse über den Ursprung der chemischen Elemente und die Entwicklung unserer Milchstra?e zu gewinnen.

      Dr. Gesa Hartwigsen

      Lise-Meitner-Gruppe ?Kognition und Plastizit?t“

      Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig

      Lange Zeit galt das Gehirn eines Erwachsenen als unver?nderlich. Bis Neurowissenschaftler herausfanden, dass sich Synapsen, Nervenzellen oder sogar ganze Hirnareale w?hrend jeder Lebenszeit gezielt ver?ndern lassen. Die Psychologin Gesa Hartwigsen will zentrale Mechanismen dieser Neuroplastizit?t identifizieren, beispielsweise beim Erlernen neuer kognitiver F?higkeiten oder bei der Kompensation von Hirnl?sionen, etwa nach einem Schlaganfall.

      Meritxell Huch, PhD

      Lise-Meitner-Gruppe ?Prinzipien der Stammzellerhaltung und Geweberegeneration, organoide Kulturen und Krankheitsmodellierung“

      Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik, Dresden

      Meritxell Huch forscht an Organoidkulturen. Aufbauend auf ihren bisherigen Erkenntnissen zum Beitrag von Leber- und Bauchspeicheldrüsenzellen bei der Regeneration von adultem Gewebe hat sich die Pharmakologin nun folgendes Ziel gesetzt: die grundlegenden biologischen Mechanismen bei der Geweberegeneration wie auch der Krebsentstehung zu identifizieren.

      Dr. Anna Ijjas

      Lise-Meitner-Gruppe ?Gravitationstheorie und Kosmologie“

      Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut), Hannover

      Hatte das Universum einen Anfang? Wird es jemals enden? Wie verh?lt sich die Raumzeit im Inneren von Schwarzen L?chern? Anna Ijjas entwickelt kosmologische Theorien unter Anwendung mathematisch-numerischer Techniken aus der modernen Gravitationsforschung. Ihr Ziel ist es, neue und pr?zise Vorhersagen zu machen, um die gr??ten offenen Fragen der Kosmologie empirisch zu untersuchen.

      Prof. Dr. Simone Kühn

      Lise-Meitner-Gruppe ?Umweltneurowissenschaften“

      Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin

      Welche Auswirkungen hat die physikalische Umwelt auf Gehirn, Verhalten und Gesundheit? Dieser Frage widmet sich Simone Kühn. Dabei gilt ihr besonderes Augenmerk neuronalen Mechanismen – sowohl im urbanen Leben, wie auch in extremen Umwelten, etwa in der Antarktis. Daraus abgeleitet werden sollen Ma?nahmen, die menschliches Wohlbefinden nachhaltig steigern.

      Dr. Mariana Rossi

      Lise-Meitner-Gruppe ?Simulationen aus Ab-initio-Methoden: Struktur und Dynamik aus der Quantenmechanik“

      Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie, Hamburg

      Mariana Rossis Ziel ist es, einen neuen Rahmen für die quantenchemische Untersuchung realistischer bio- und anorganischer Systeme zu entwickeln, der mit bisher unerreichter Aufl?sung und Exaktheit arbeitet. Dafür kombiniert sie Ab-initio-Methoden der Quantenmechanik mit Methoden des Maschinenlernens, wodurch die Berechnungen beschleunigt werden. Rossi will nicht nur die Struktur, sondern auch die nuklearen und elektronischen Reaktionseigenschaften von Materie aus anorganischen und organischen Komponenten vorhersagen.

      Dr. Eleanor Scerri

      Lise-Meitner-Gruppe ?Panafrikanische Evolution“

      Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, Jena

      Die Arch?ologin Eleanor Scerri untersucht mit ihrem Team die menschliche Evolution und Demografie in Afrika und Südwestasien. Dabei kombiniert sie Feldprojekte mit verschiedenen Ans?tze aus Arch?ologie, Genetik, Biogeographie und Klimawissenschaften. Besonderer Fokus liegt auf Westafrika, einer der derzeit am wenigsten verstandenen Regionen des Kontinents im Hinblick auf menschliche Evolution.

      Laura G. Spitler, PhD

      Lise-Meitner-Gruppe ?Universelle Erfassung ionisierter Materie mit schnellen Radioblitzen“

      Max-Planck-Institut für Radioastronomie, Bonn

      Die Forschung der Astronomin Laura Spitler konzentriert sich auf ?Schnelle Radioblitze“ – auch bekannt als Fast Radio Bursts (FRBs). Darunter sind einmalige kurze Ausbrüche im Bereich der Radiostrahlung mit einer Dauer von wenigen Millisekunden in (vermutlich) extragalaktischen Entfernungen zu verstehen. Nun will Spitler das Potenzial von FRBs als Sonden für extra-galaktische Plasmen erforschen.

      Dr. Daniela Vallentin

      Lise-Meitner-Gruppe ?Neuronale Grundlagen vokaler Kommunikation“

      Max-Planck-Institut für Ornithologie, Seewiesen

      Ob Fahrradfahren, das N?hen einer Naht oder Pfeifen eines reinen Tons – die meisten Bewegungen werden als mühelos wahrgenommen. Dass dem nicht so ist, wei? Daniela Vallentin: Am Beispiel von Singv?geln erforscht die Neurowissenschaftlerin neuronale Schaltkreise, die dem Lernen und der Erzeugung ihres komplexen Stimmverhaltens zugrunde liegen.

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